Der Insolvenzschuldner

I. Der Schuldner

Ein Insolvenzverfahren kann über das Vermögen von natürlichen Personen und von juristischen Personen, z.B. einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft, eröffnet werden; der nicht rechtsfähige Verein ist dabei einer juristischen Person gleichgestellt. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts ist nicht zulässig; gleiches gilt für das Vermögen von Bund und Ländern.

Der Schuldner selbst hat im Insolvenzantragsverfahren und im (eröffneten) Insolvenzverfahren eine Vielzahl von Pflichten; er hat daneben aber auch Rechte. So hat er den (vorläufigen) Insolvenzverwalter über die tatsächlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse, welche für das Insolvenzverfahren bedeutsam sein können, umfassend Auskunft zu erteilen; dies gilt selbst für den Fall, dass er sich mit seiner Auskunft im strafrechtlichen Sinne selbst belastet.

Daneben hat der Schuldner gegenüber dem Insolvenzverwalter auch ein unmittelbares Auskunftsrecht über die Belange des Insolvenzverfahrens. Ferner darf er an Gläubigerversammlungen des Insolvenzgerichts teilnehmen - jedoch ohne hier selbst über ein eigenes Stimmrecht zu verfügen - und das Insolvenzgericht hat ihm vor gerichtlichen Entscheidungen grundätzlich rechtliches Gehör zu gewähren.